6. Spieltag der Herren in Waren

Nach einer trainingsfreien und, zumindest für mich, an Völlerei grenzenden Weihnachtspause hatten wir diesen Samstag die Chance ein paar Kalorien zu verbrennen. Unsere Gegner dabei waren die Mannen vom Stralsunder VV und die gastgebende Mannschaft vom SKV Müritz. Da wir krankheits- und berufsbedingt einige Ausfälle zu verzeichnen hatten und die Hälfte der einsatzbereiten Spieler noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, gingen wir mit gedämpften Erwartungen in diesen Spieltag.

Im ersten Spiel hatten wir es auch gleich mit dem Tabellenzweiten aus Waren zu tun. Etwas überraschend fanden wir gut ins Spiel und es entwickelte sich ein ausgeglichener Satz in dem wir uns kurz vor Ende knapp mit 24 zu 23 absetzen konnten. Satzball für uns - ein erster Teilerfolg war zum Greifen nah. Doch wie so oft in dieser Saison zeigten wir in den entscheidenden Momenten Nerven und mussten auch diesen Satz noch mit 24 zu 26 abgeben. Auf den Rückschlag folgte ein zweiter Satz zum Vergessen. Gerade in der Annahme zeigten sich eklatante Schwächen und auch beim Blocken liefen wir bestenfalls (manchmal wurde auch gleich verweigert) hinterher. Ein bitteres 15 zu 25 war das Resultat. Doch schon der letzte Spieltag in Rövershagen zeigte, dass wir mental gewachsen sind und damit waren wir in der Lage den Satz zum Vergessen auch wirklich schnell aus dem Gedächtnis zu löschen. Im dritten Satz spielten wir endlich mal nach unseren Möglichkeiten. Wir zeigten Moral, stiegen wie Phönix aus der Asche und gewannen den Satz 25 zu 22. Nun legte der SKV Müritz jedoch eine Schippe drauf und bewies uns, dass sie nicht zu Unrecht zu den Aufstiegsaspiranten in der Landesliga zählen. Wir bekamen auf ihrer Seite keinen Ball mehr auf den Boden und waren in Annahme und Feldabwehr deutlich unterlegen. Zum Ende gaben wir uns leider zu leicht mit 16 zu 25 geschlagen. Die bessere Mannschaft hatte gewonnen.

 

Nachdem der SKV Müritz, in einem sehenswerten Spiel auf Augenhöhe, auch gegen den Stralsunder VV gewann, lag es nun an uns die Hansestädter zu bezwingen. Die Leistungskurve dieser, mit sehr jungen Spielern gespickten, Mannschaft zeigt deutlich nach oben. Um nicht mit leeren Händen da zu stehen, mussten wir mutig aufspielen und sie gerade in der Annahme unter Druck setzen. Martin fand dazu vor dem Spiel die passenden Worte. Die Devise lautete also: kontrolliertes Risiko mit Mut ohne Übermut. Noch Fragen?
Wir wechselten im Zuspiel Toni für Martin und Mirko kam für Frank über Außen. Wieder einmal zeigte sich, dass wir einen ausgeglichenen Kader haben, bei dem es qualitativ kaum Unterschiede gibt. Diese Stärke galt es nun zu nutzen. Wir spielten wie aus einem Guss, gaben in der Feldabwehr keinen Ball verloren, gingen zu jedem Block, schlugen kraftvoll auf, brachten unsere Angriffe fast immer durch, hatten nur in einer Position ein Annahmeproblem (sieben Punkte in Folge für den Gegner) und mussten dennoch den ersten Satz gegen stark spielende Stralsunder mit 23 zu 25 abgeben. Trotz Teilniederlage einer der besten Sätze der Saison. In der Pause waren wir uns dann schnell einig, dumme Netzberührungen, die von den Schiedsrichtern konsequent gepfiffen wurden, wegzulassen, die Annahme weiter zu stabilisieren und ansonsten mit genauso viel Spaß am Spiel weiterzumachen. Diese Vorgaben umzusetzen, gelang uns gut und so konnten wir den zweiten Satz mit 25 zu 18 für uns entscheiden. Im dritten Satz spielten wir dann wie im Rausch, die Stralsunder zeigten ihrerseits Nerven und wir gewannen mit respektablem Vorsprung 25 zu 12. Damit waren wir auf der Zielgeraden zu einem drei Punkte-Sieg, doch hatten die Rechnung ohne den Stralsunder VV gemacht. Wie aus dem Nichts konnten sich die Hansestädter um 100 Prozent steigern, machten uns vor allem mit verbesserter Blockarbeit das Leben schwer und besiegten uns im vierten Satz mit 21 zu 25. Das Spiel musste also im Tiebreak entschieden werden. Leider lief es bis zum Seitenwechsel (zwei zu acht) komplett gegen uns. Wir wechselten noch mal Frank für Jules, rissen uns zusammen und starteten eine furiose Aufholjagd. Dann, der Aufreger des Spieltags: Der gegnerische Mittelblocker berührte einen Angriff von Stefan, der anschließend ins Aus ging. Um es den Schiedsrichtern zu erleichtern, kommentierte er sogar seinen Kontakt mit dem Ausruf „Touch“, doch der sonst gute Unparteiische entschied auf "Aus". Damit stand es also 11 zu 14 gegen uns, Satzball Stralsunder VV. Wir nahmen erstmal eine Auszeit um uns zu beruhigen. Was dann geschah, gehört wohl zu den „Gänsehaut-Momenten“ der Saison. Statt mit hängender Köpfe, sah ich in der Pause meine Mitspieler mit stolz geschwellter Brust. Das Spiel wurde wieder angepfiffen, unser Motto hieß nun: „jetzt erst recht“. Wir schlugen weiter mutig auf, kämpften um jeden Ball und machten im Angriff unsere Bälle „tot“. Am Ende stand es 17 zu 15 für uns. Es durfte getanzt werden!


Nach diesem emotionalen Spieltag, bleiben wir, wie immer, positiv:
-    wieder ein Tiebreak gewonnen
-    zwei Punkte
-    richtig Spaß gehabt


VC-Sanitzer in der Einzelkritik:

Andreas: Der Annahme-Fels in der Aufschlags-Brandung. Richtig gutes Spiel. Gefühlt immer irgendwie erster, auch wenn seine Mannschaftskollegen schon in der Umkleidekabine sind.

Frank: Im ersten Spiel schon stark, als Schiedsrichter unauffällige Leistung (größtes Lob für einen Schiri) und im zweiten Spiel (als Einwechselspieler) einfach nur überragend. Gerade in den wichtigen Momenten an diesem Spieltag einfach eiskalt. 
 
Jules: Kraftvolle Angriffe, konstante Annahmen und flinke Füße in der Feldabwehr. Wie am letzten Spieltag mit überzeugender Leistung. Als Motivator kaum noch wegzudenken. Vielleicht sollten wir unserem neuen Maskottchen mal ein VC Sanitz Jumpsuit nähen.

Martin: Auf und neben dem Platz mit sehr guten Entscheidungen und motivierenden Ansagen. Machte anfänglich einen leicht verwirrten Eindruck, als er bei ausgedünntem Kader einen Zettel für die Mannschaftsaufstellung zückte. Es bleibt wohl sein Geheimnis, was da so alles drauf stand. Lottomillionär ist er meines Wissens jedoch noch nicht.

Mirko: Im ersten Spiel noch auf der Bank und im zweiten Spiel dann über die volle Distanz. Mit bärenstarken Angriffen, zeigte er gegen Stralsund wohl das Spiel seines Lebens. Setzte die Vorgabe von Martin eins zu eins um und spielte unbeschwert mutig. Nicht selbstverständlich wenn man meist von der Auswechselbank kommt. Respekt.

Ronny: Auch ohne Training mit einer super Leistung. Top motiviert und nach dem Siegpunkt gegen Stralsund mit „Topfschlag-Einlage“ auf dem Hallenboden. Wer das Video hat, sollte sich den Klassiker auf jedem Kindergeburtstag noch mal zu Gemüte führen. Was er da noch mal für Kräfte frei setzt, Wahnsinn.  Sein Alter hat man ihm höchstens beim „Erlaufen“ von Legern angesehen. Silberrücken olé, Silberrücken olé, Silberrücken olé.

Stefan: Vorne gewohnt übermächtig und auch stark im Aufschlag. Trotz Erkrankung in der Vorwoche mit sehr guter Partie. Scheint sich aber insgeheim schon auf die Beach-Saison vorzubereiten. Diesen Samstag stand wohl die obere Beach-Annahme auf dem Trainingsplan und auch einige schöne „Laser“ konnten beobachtet werden. Da sind wir mal auf die Ergebnisse der Smart-Beach-Tour 2017 gespannt.

Toni: Sauberes Zuspiel mit vielen schnellen Timings. Mit seinen Top-Spin-Aufschlägen immer für ein paar Punke gut. Hat sich auch im hitzigen fünften Satz gegen Stralsund nicht aus der Ruhe bringen lassen. Note: sehr gut.

Micha: Heute mal als Mannschaftsbetreuer. Keine leichte Aufgabe für ihn, da er nicht aktiv ins Spielgeschehen eingreifen konnte. Hatte viel Lob für uns übrig und strahlte auch in schwierigen Situationen Ruhe aus. Vielleicht war er aber auch nur unterzuckert. Beim Abendbrot in Bandelstorf hatte er jedenfalls solchen Hunger, dass er sieben Hotdogs und ein Marzipanbrot aß.
 
Matze: Seit langer Zeit mal wieder als Mitte aufgestellt. Leider relativ glücklos im Block, aber trotzdem richtig Spaß gehabt. Tagesziel erreicht.

Autor - Matze -