Überraschender 2. Platz im Landespokal begeistert alle…

Am 21.01. nahmen wir mit unserer Damenmannschaft des VC Sanitz zum ersten Mal am Landespokal des Volleyballverbandes von Mecklenburg Vorpommern teil. Ähnlich, wie zu unserem Montags-Testspiel gegen Bad Doberan, traten wir auch diesmal urlaubs- und arbeitsbedingt nur mit einem schmalen Kader von 7 Leuten an - nur zu einer anderen Uhrzeit, nämlich Punkt 9 Uhr.

Es sollte sich herausstellen, dass uns diese Tageszeit wohl doch mehr liegt.

Auch wenn unsere Mannschaft nicht voll besetzt war, tat das der Motivation keinen Abbruch. Da auch unser Trainer an diesem Tag leider verhindert war, ergriff unsere frühere Trainerin Claudi gewohnheitsgemäß gleich zu Anfang das Trainerzepter, stellte sich selbst nicht auf und lotste uns mit hilfreichen Tipps vom Spielfeldrand aus erfolgreich durch unsere erste Partie gegen einen uns wohl bekannten Gegner. Im Vorrundenspiel Nummer eins stand uns die junge Truppe des HSG Uni Rostock IV - ebenso wie wir in der Landesklasse Nord vertreten - am Netz gegenüber. Auch wenn der Spielbeginn etwas zaghaft, wenn nicht sogar leicht verschlafen war, steigerten wir uns im Spielverlauf und konnten einen klaren 2:0 Sieg erzielen. Unsere „Neue“ - Kristin - hatte in diesem Spiel ihren ersten Turniereinsatz bei uns und stellte gekonnt ihre Flexibilität unter Beweis, da sie ersatzweise auf Position 4 einsprang und ihre Sache hier sehr gut machte.

Für das zweite und auch schon letzte Vorrundenspiel war uns bewusst, dass wir mit voller Kraft aufspielen mussten, denn der Gegner war sehr viel stärker als die junge HSG Truppe. Wir hatten unsere Hausaufgaben im Vorfeld gemacht und wussten daher, dass die Damen der Klützer VolleyBulls die Landesklasse West aktuell als Tabellenerste anführen. Jetzt hielt es auch Claudi nicht mehr auf der Bank: Sie war zwar gesundheitlich noch leicht angeschlagen, aber man merkte dies ihrem Spiel in keinster Weise an. Wie zuvor noch vom Spielfeldrand aus, puschte sie die Mannschaft nunmehr aktiv auf dem Feld nach vorne und es gelang ihr, alle zu Höchstleistungen zu motivieren, jeder war konzentriert und kampfeswillig - der Einsatz aller Spielerinnen stimmte! Hervorzuheben ist auch, dass unsere Stamm-Zuspielerin Madeleine an diesem Tag in Topform war, die Angreifer sehr gut bediente und sich auch viele Bälle erlief. Ebenso hatte sich das Annahmetraining der Woche bezahlt gemacht. Es lief einfach. Mit ihrer mit Auge - gespielten Aufgabenserie bereitete Claudi den Klützer Damen mächtig Bauchweh und auch Laura ärgerte den Gegner mit gezielten Aufgaben in diesem Spiel doch sehr. So konnten wir diesen starken Gegner mit 2:1 besiegen und zogen als Staffelerster in die Platzierungsrunde ein. Damit hätte keiner von uns gerechnet und das war noch lange nicht genug, denn so leise keimte die Frage auf: Ist da eventuell noch mehr drin???

In der Dreiergruppe, die nun um den Turniersieg spielte, waren neben uns noch HSG Uni Rostock V und die Damen des SV Einheit Schwerin. Zuerst schiedsten wir das Spiel zwischen den anderen beiden Teams und konnten uns so einen guten Eindruck davon verschaffen, was uns in den nächsten zwei Spielen wohl noch so erwarten würde. Nicht ohne Grund waren diese beiden Mannschaften in der Staffel der Besten gelandet - vor allem mit starken Angreifern und spielerfahrenen Gegnern, die viele Bälle vom Boden kratzten, mussten wir rechnen. Die Partie unserer beiden Gegner konnten die Schwerinerinnen für sich entscheiden.

Jetzt waren wir gegen die HSG´ler dran. Anders als in unserem Vorrundenspiel gegen die jungen Mädels des Rostocker Vereins hatten wir es hier quasi mit den „alten HSG-Hasen“ zu tun, die schon so manches hochklassige Spiel bestritten hatten. Und auch ein uns vertrautes Gesicht erkannten wir wieder - unsere Monique, die noch in der letzten Saison ein Sanitzer Trikot getragen und für unseren Verein gespielt hatte, war für die neue Saison nach Rostock gewechselt und nun also unser Gegner. Ich weiß nicht, ob dies ein Grund war, der uns anspornte oder einfach der Fakt, dass wir in der Vorrunde gemerkt hatten, hier ist heute was für uns drin.

Diesmal war es anders als noch in früheren Turnieren, in denen wir nervös und aufgeregt auf dem Spielfeld standen. Unsere erste Saison und die daraus gesammelte Spielerfahrung hatten uns sicherer werden lassen und das zeigten wir. Der Angriff saß und besonders Manon haute in dem Spiel gegen HSG Uni Rostock V so einige Dinger rein, aber auch in der Abwehr standen alle gut, so dass der erste Satz schnell auf unser Punktekonto ging. Im zweiten Satz schien dies leicht zu kippen und die Rostockerinnen erkämpften sich zum Ende hin einen ordentlichen Vorsprung, aber eine kurze Auszeit und Motivationsrede half, damit wir nochmal sämtliche Kräfte mobilisierten und auch den zweiten Satz gewannen - der 2. Platz in diesem Turnier war uns sicher.

Im Finale um Platz 1 traten wir nun also gegen den SV Einheit Schwerin an. Und was soll ich sagen, auch hier hätte niemand erwartet, dass wir auf gleicher Augenhöhe spielen könnten - aber im 1. Satz traf dies auf jeden Fall zu. Das Satzergebnis von 22:25 zeigt, wie eng und umkämpft der Satz war und das wir uns keinesfalls verstecken mussten. Aber jedes „Wintermärchen“ hat mal ein Ende und dieses zeigte sich doch recht deutlich im zweiten Satz gegen die Schwerinerinnen. Es war zu merken, dass jedem von uns der lange Turniertag in den Knochen steckte und Stimmen im Team wurden laut, die da sagten „jetzt haben sie uns über die Kondition…“ und dem war so. Wir mussten daher auch den zweiten Satz abgeben und somit wurde Schwerin verdient Turniersieger.

Aber wir können uns stolz Vizelandespokalsieger nennen und alle, auch der komplette Verein, freuen sich sehr über den 2. Platz, mit dem niemand gerechnet hatte. Für uns eine Wahnsinns-Leistung, über die wir diese Woche, Martin sei Dank, auch in der Ostseezeitung und den Norddeutschen Neuesten Nachrichten lesen konnten - eine super Werbung für unseren Verein.

Mal sehen, was für uns Frauen in den kommenden 4 Punktspielen der Saison noch so zu holen ist. Auf jeden Fall werden wir weiter an uns arbeiten und freuen uns schon darauf, eventuell ein paar Gegner dieses Turniers auch bei unserem eigenen Frauenturnier in Sanitz, welches im April diesen Jahres zum ersten Mal stattfinden soll, wiederzusehen.

 - Manu R. -