Saisonstart der Herren

Nach langer Sommerpause, in der die meisten Spieler eher andere Dinge als Hallenvolleyball auf dem „Plan“ hatten, starteten wir mit einem Heimspieltag am vergangenen Samstag in die neue Saison. Die beiden Gastmannschaften ESV Turbine Rostock und der SV Einheit Ueckermünde gaben sich im ersten Spiel die Ehre, so dass wir erstmal die Gelegenheit hatten beide Gegner zu beobachten. In einem qualitativ ordentlichen Landesligaspiel konnten sich die Rostocker mit drei zu zwei Sätzen gegen die Liganeulinge aus Vorpommern knapp durchsetzen.

Bevor es nun endlich für uns losgehen sollte, gab es noch eine wichtige Sache zu erledigen. Ein neues Mannschaftsfoto musste her, denn vor der Saison konnten wir uns mit Martin „Breitzi“ Breitzmann., Elias, Kay und Philipp auf einigen Positionen verstärken. Neben diesen Akteuren, die am Punktspielbetrieb teilnehmen, wächst die Herrenmannschaft des VC Sanitz weiter an, so dass sich unser Spielerpool derzeit aus annähernd 20 Leuten zusammensetzt. Beim Testspiel gegen Grün Weiß Rostock konnten wir jedoch erkennen, dass es noch an der Abstimmung fehlt und wir voraussichtlich erst Mitte der Saison von einer eingespielten Mannschaft reden können. Also alles wie immer.

Gegen ESV Turbine Rostock fanden wir trotzdem überraschend gut ins Spiel. Neben einer starken Annahme, führten uns schnörkellose Angriffe zum 25 zu 15 Satzsieg. Dieses Niveau konnten wir leider nicht lange halten und auch ESV Turbine legte zu, sodass die beiden folgenden Sätze (19 zu 25 und 20 zu 25) an die Rostocker gingen. Im vierten Satz hielten wir ESV Turbine bis kurz vor Satzende immer ein wenig auf Abstand bevor wir beim Stand von 22 zu 22 eine Auszeit nahmen. Bei soviel Volleyballfachpersonal auf und neben dem Platz fand wohl irgendjemand die richtigen Worte und wir brachten den Satz am Ende mit 25 zu 22 sicher nach Hause. Im entscheidenden fünften Satz hatten wir leider weniger Glück. Einen ein- bis zwei-Punkte-Rückstand konnte wir leider nie aufholen und verloren denkbar knapp mit 14 zu 16.

 Ok. Spiel verloren, abhaken und sich auf den nächsten Gegner konzentrieren. Denn jeder Volleyball interessierte Hobbypsychologe weiß: „Das wichtigste Spiel, ist immer das nächste Spiel“. Wir bekamen wohl die knappe Niederlage nicht aus dem Kopf, anders sind die schwachen beiden ersten Sätze gegen Ueckermünde (15 zu 25 und 19 u 25) jedenfalls nicht zu erklären. Auch unser „Mannschaftsrat“ wirkte überfragt und wechselte noch mal kräftig durch. Wir spielten jetzt zwar auch nicht wie „vom anderen Stern“, aber wir kämpften uns rein, wurden durch unsere Zuschauer lautstark nach vorne gepeitscht und gewannen den dritten Satz mit 25 zu 22. Im vierten Satz lief es dann erstmal wieder suboptimal. Beim Stand von 13 zu 19 für Ueckermünde hatten einige schon den Glauben verloren, andere hofften auf ein Wunder. Was uns jetzt noch helfen konnte waren Abgebrühtheit, Erfahrung und der absolute Wille zum Sieg. Wir hätten uns natürlich auch über Spielwitz, Reaktionsschnelligkeit und Athletik gefreut, aber egal. Es kam: Ronny. Und mit ihm starteten wir eine Aufholjagd, die in der noch jungen Geschichte des VC Sanitz wohl ihres Gleichen sucht und gewannen den vierten Satz mit 33 zu 31. Anzumerken bleibt die absolute Fairness des Gegners. Beim Satzball gegen uns gab ein Spieler von Ueckermünde eine Blockberührung zu, obwohl der Schiedsrichter das Spiel schon beenden wollte. Chapeau! Da war es zwar nicht schön, aber auch irgendwie gerecht, dass Ueckermünde den fünften Satz mit 15 zu 13 gewinnen konnte.

Doch bleiben wir, wie immer, positiv:

-        gute Eingliederung der „Neuen“

-        stabile Annahme

-        als Mannschaft aufgetreten

-        zwei Punkte auf der Habenseiten (noch vor wenigen Jahren wären es Null gewesen)

Vielen Dank an die tolle Unterstützung der Zuschauer und natürlich an „unsere“ Mädels vom Catering.

Spieler in der Einzelkritik:

Andre: Relativ viel auf der Bank, aber wenn er spielte glaubte man seinen Augen kaum. Wegen eines Trikotengpasses war er diesmal mit einem „Leibchen“ der Größe M unterwegs. Für alle, die nicht in der Halle waren: ich finde er kann es tragen.

Breitzi: Starker Einstand. Als Zuspieler mit über 1,90m Körpergröße mit mehr Optionen als der Landesligadurchschnitt. Greift auch gerne mal selbst an oder macht einen direkten Stellerpunkt. Einziger Schwachpunkt sind seine fußballerischen Fähigkeiten. Nach einer schwachen Fußabwehr im Stile eines echten Sanitzers, hätte er sich wohl am liebsten irgendwo versteckt. Für mich war es Zeichen gelungener Integration.

Elias: Als Diagonalangreifer mit harten Angriffen und starken Blocks. Als „gelernter“ Volleyballer eine echte Verstärkung für uns und bei noch besserer Absprache mit den Zuspielern geht bestimmt noch mehr. Ebenfalls gelungener Einstand.

Frank: Solides Spiel. Diesmal jedoch mit weniger Spielanteilen, dafür aber als Motivator und Kommentator unverzichtlicht.

Jules: Als Soldat mit Führungskompetenz wieder mal ein Vorbild an Einsatzbereitschaft und Motivation. Forderte mehr Bälle über außen und war dennoch selbst mit seiner Leistung nicht zufrieden.

Micha: Hat den Sommer genutzt viel zu spielen und auch jetzt noch mit einer volleyballerischen Doppelbelastung. Man sieht einfach, dass er viel am Ball. Starke Annahme, starke Abwehr, starke Aufschläge und stark verbesserter Angriff.

Mirko: Ein Punktegarant. Egal wie, er machte den Punkt. Starkes Spiel und wirklich nicht leicht wenn man meist von der Bank kommt.

Philipp: Vielleicht waren die Aufschläge der Gegner noch schwächer als unsere, jedenfalls habe ich wohl keine Fehlannahme von ihm gesehen. Falls die Aufschläge doch gut waren, bitte ich um Entschuldigung und ziehe meinen Hut. Bomben Einstand.

Ronny: Nicht mehr der jüngste Spritzer und kam daher auch erst spät (ins Spiel). Musste sich kurz mal selbst feiern und seine unglaubliche Quote kommentieren: „Zwei Hinterfeldangriffe gemacht und eine Angabe rüber“. Einfach nur großartig wie schnell dieser Mann zufrieden ist.

Stefan: Was man halt so von einem Mittelangreifer erwartet. Super Blockarbeit und starke Angriffe. Fing kurzzeitig an zu legen. Wurde aber schnell berichtigt, dass er das nicht nötig habe. Ich war mit ihm zufrieden.

Toni: Im Wechsel mit Breitzi im Zuspiel. Verbesserte Blockarbeit und topp motiviert. Ordentliches Spiel.

Matze: Im Block fast alles versucht. Im Angriff oft gescheitert. Wirkte ungewohnt hüftsteif. Wahrscheinlich fehlt mir einfach Training oder ich muss irgendwie anders meine Hüften lockern.

- Autor: Matze -