Die Mannen aus Sanitz in Stralsund

Nachdem wir uns vor zwei Wochen schon in Grimmen ausgetobt hatten, fuhren wir am letzten Samstag wieder nach Nordvorpommern. Die Gegner an diesem Tag waren der Stralsunder VV (Gastgeber) und der ASV Grün Weiß Wismar. Letztere konnten wir in den vergangenen Spielzeiten nie besiegen und so starteten wir auch leicht gehemmt in diese Partie.

Weil nicht viel zusammen lief, mussten wir dann auch gleich den ersten Satz mit 18 zu 25 abgeben. Wovor hatten wir nur solchen Respekt? Nach genauerer Betrachtung war nicht mehr viel übrig von der eingespielten Stammsechs aus Wismar. Also kämpften wir uns ins Spiel, von ansehnlichem Volleyball konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede sein. Wir blieben immer zwei, drei Punkte vor Wismar und gewannen den zweiten Satz mit 26 zu 24. Ab dem dritten Satz war dann merklich eine Steigerung zu spüren. Die Annahme stabilisierte sich, wir griffen besser an und in der Abwehr blieben wir beweglich um die meist „rein gewursteten“ Bälle zu bekommen. Folgerichtig gingen der dritte (25 zu 20) und vierte Satz (25 zu 21) an uns. Nach vier Tiebreaks aus vier Spielen holten wir damit den ersten Dreier der Saison.

Nach diesem Erfolg, mussten wir im zweiten Spiel des Tages mit ansehen, wie Wismar von Stralsund förmlich aus der Halle gefegt wurde. Dieser, doch beeindruckende, drei zu null Sieg veranlasste uns zu einer außerordentlichen Mannschaftssitzung in der Damenumkleidekabine. Vom Bier gelockerte Zungen, ließen uns am Umgang mit spielstärkeren Mannschaften im Teterower Raum vor gut 20 Jahren teilhaben. Der Großteil der Mannschaft fühlte sich jedoch für eine Keilerei schlichtweg zu erwachsen und so waren wir uns schnell einig die Stralsunder im Volleyballspielen bezwingen zu wollen.

Wir starteten gut, ließen uns von der lautstarken Kulisse nicht beeindrucken und boten den Zuschauern ein Spiel auf gehobenem Landesliganiveau. Leider liefen wir im ersten Satz einem kleinen Rückstand stets hinterher. 21 zu 25 für Stralsund hieß es am Ende. „Da geht doch was gegen den Tabellenführer“, dachten wir, wurden dann jedoch eines Besseren belehrt. Wir kamen überhaupt nicht in den zweiten Satz, lagen schnell sieben zu eins hinten und Stralsund spielte wie im Rausch. Schlussendlich mussten wir den zweiten Satz mit mageren zwölf Punkten abgeben. Wir hätten damit allen Grund gehabt das Spiel verloren zu geben. Aber ob es nun daran lag, dass wir auch gegen Grimmen ein null zu zwei noch drehen konnten, einigen von uns das Pausenbierchen Mut machte oder wir (bis auf Breitzi) einfach nichts anderes vor hatten, unser Siegeswille war ungebremst. So starteten wir mit einer „jetzt erst recht“ Haltung in den dritten Satz und konnten uns auch gleich einen Vorsprung erarbeiten. Auch unsere Körpersprache zeigte Wirkung, denn wir machten nun zu zehnt mehr Stimmung als der gesamte Stralsunder Fanblock. Kurzum, wir hatten richtig Bock. Mit 25 zu 19 und 25 zu 23 konnten wir die Sätze drei und vier für uns entscheiden. Im Tiebreak ging uns dann irgendwie die Luft aus. Einen eins zu fünf Rückstand konnten wir nicht mehr aufholen, am Ende verloren wir elf zu 15. Gleich nach dem Spiel waren wir natürlich enttäuscht. Aber schon beim Bierchen unter der Dusche lockerte sich die Stimmung und wir waren uns einig, dass wir mit unserer Leistung zufrieden sein konnten.

Dieser vier Punkte Spieltag stimmt uns positiv:
-    vier Punkte
-    Moral bewiesen
-    starke Mannschaftsleistung

Vielen Dank an Manon für die Unterstützung vor Ort.

Spieler in der Einzelkritik:

Andre: Diesmal so gespielt, wie er sonst seine gefürchteten Motivationsansprachen hält: kurz und knackig. Muss erstmal richtig fit werden und scheint hierfür auf die, in Sanitz beliebte, Bierkur zu setzen.

Elias: Hatte richtig Bock. Gerade im zweiten Spiel zeigte er uns, was in ihm steckt. Er feuerte aus allen Positionen und war vom Gegner nicht zu bändigen. Hauptangreifer, Hauptangreifer, hey hey. Leider fällt er auf Grund einer OP erstmal für eine Weile aus. Wir wünschen dir eine schnelle Genesung.

Frank: Wieder mal stark abgeliefert. Neben harten Angriffen und soliden Aufschlägen, war ich von seiner Annahme positiv überrascht. Für mich ein Spieler, den man einfach immer bringen kann. Genug geschleimt, bleibt nur noch DANKE fürs Geburtstagsbierchen zu sagen.

Kay: Der Fels in der Abwehrbrandung. Starke Annahme und grazile Abwehrrutscher. Seinen spektakulärsten Bodenkontakt gab es allerdings schon vor zwei Wochen zu bestaunen. Machte da im LT auch eine gute Figur.

Martin B.: Solides Spiel und auch als Führungsperson unverzichtbar. Betrachtes sich auch mal selbstkritisch, vielleicht können sich da einige Spieler noch ne Scheibe abschneiden. Hier nun fürs offizielle Protokoll auf der VC Sanitz Homepage: Der zweite Satz in Stralsund geht NICHT auf deine Kappe. Oder hast du etwa alleine gespielt?

Mirko: Vorne gewohnt durchschlagskräftig und auch annahmetechnisch an diesem Spieltag überzeugend. Dieses mal mit relativ vielen Spielanteilen. Gut, dass wir mannschaftsintern drüber gesprochen haben.

Philipp: Am ersten Spieltag noch als Libero auf dem Feld, entwickelt er sich zum Außenangreifer mit Stammsechs-Ambitionen. Gerade im zweiten Spiel mit einer gefühlten 100 Prozent Quote. Verlor kurz auf dem Spielfeld die Contenance und ließ seinen Emotionen mit: „geile Sch…“ freien lauf.

Ronny: Diesmal nicht spielfähig, jedoch mit „reifer“ Trainerleistung. Nicht nur dem FC Bayern scheint ein Trainer mit so viel Lebenserfahrung gut zu tun. Auch die Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel gegen Stralsund fand ich gelungen (im Sinne von amüsant). Mit vier Punkten bisheriger Erfolgstrainer der Saison.

Stefan: Da er sich lieber in Hängematten in Thailand räkelt, als den November in Deutschland zu genießen, mit drei Wochen Trainingsrückstand. In der Abstimmung war dies teilweise zu erkennen, sonst gewohnt beherrschend am Netz. Mir hat ein wenig die Leichtfüßigkeit gefehlt, vielleicht hätte er seine Gummistiefel ausziehen sollen. .

Toni: Sauberes Zuspiel mit guten Entscheidungen. Wie immer top motiviert und diesmal konstant mit saustarken Aufschlägen.

Matze: War versucht mehr Flexibilität in den Angriff zu bringen. Hatte Schwierigkeiten gerade bei schnelleren Timings den Block zu schließen. Meine Mannschaftskameraden wiesen mich auf diesen Mangel hin. Leider waren sie wohl etwas aus der Puste. Statt mit mir zu sprechen, knallten sie mir einfach ihre Ellenbogen an den Kopf. Trotzdem hatte ich Spaß.

Autor wie immer - Matze -