Teilnahme am 4. Frauentagsturnier in Güstrow

Zu einer - für unsere bisherigen Turniererfahrungen - doch recht ungewohnten Zeit führte uns der Weg am 07.03.2015 nach Güstrow zum Frauentagsturnier. Die Güstrower Volleyballerinnen hatten zu einem Mitternachtsturnier von 18:00 Uhr bis 1:00 Uhr eingeladen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und die kostenfreie Verpflegung kam bei allen Teams sehr gut an.

Aus den unterschiedlichsten Ecken kamen wir diesmal für das Turnier angereist: Den wohl weitesten Anreiseweg hatte Luise auf sich genommen, die ohne Schlafpause direkt aus dem Flieger aus San Francisco um 19 Uhr zu uns stieß, aber auch Ariane - ein neues Gesicht in unserem Team - hatte die Anreise aus Bad Doberan angetreten, um uns tatkräftig zu unterstützen.

Auch andere Mannschaften des Turniers hatten eine längere Anfahrt in Kauf genommen, um an einem der wenigen Frauenhobbyturniere in Mecklenburg-Vorpommern teilzunehmen. So war neben uns eine Mannschaft von Rügen ebenso als Turnierneuling vertreten. Insgesamt 11 bunte Teams waren an dem Abend in Güstrow mit dabei - nicht alle 11 aus der Volleyballsparte, sondern auch mal ein Team mit anderem Sporthintergrund und zwar die Güstrower Faustballerinnen.

Leider mussten wir ohne mitgereiste Fans und unsere Trainerin Claudia auskommen, den Part übernahmen daher diesmal jeweils die Auswechselspieler und unterstützten lautstark von der Seitenlinie.

Die Vorrunde wurde in drei Staffeln jeder gegen jeden ausgetragen, wobei wir das Los für die eine 3er Staffel zogen und so nur zwei Vorrundenspiele absolvieren mussten. In unserer Staffel spielten wir zwei Gewinnsätze bis 25 und mussten bereits im 1. Spiel gegen das Inselsee Team in den Tie-Break gehen. Im ersten Satz fanden wir gut ins Spiel hinein, alle waren konzentriert und besonders die Annahme, eine unserer doch zuletzt noch großen Schwächen, klappte viel besser, so dass die starken Angaben des Gegners uns diesmal keine Probleme bereiteten. Daher konnten wir diesen Satz mit 25:18 für uns entscheiden. Im zweiten Satz hatte Ariane als Zuspielerin ihr Debüt, fand sich hierbei sehr gut ins Team rein und bediente die Angreifer top. Durch leichte Unkonzentriertheiten verloren wir unsere Führung im mittleren Satzteil und konnten unsere Sicherheit nicht mehr zurückfinden. Eine schlechte Chancenverwertung im Angriff und einige Aufgabenfehler hatten zur Folge, dass wir diesen Satz leider mit 22:25 abgeben mussten und besagter Entscheidungssatz folgte. Dieser war geprägt durch einen großen Kampfgeist im gesamten Team, man merkte, dass alle gewinnen wollten und wieder konsequenter dabei waren. Die hohe Einsatzbereitschaft wurde mit einem 15:7 - Sieg und somit unserem ersten Spielgewinn belohnt.

Nach einer kurzen Pause traten wir in unserem 2. Vorrundenspiel gegen die Frauen des SV Klosterhof 07 an. Anfangs dachten wir noch, den Gegner klar dominieren zu können, aber es stellte sich mal wieder heraus, dass man seinen Gegenüber nie unterschätzen sollte. Viele Abstimmungsprobleme auf unserer Seite, kurzzeitiges Durcheinander in der Aufstellung und fehlende Absprachen untereinander, stärkten den Gegner, der so gut ins Spiel fand. Die Klosterfrauen konnte zwar nicht oft mit schlagkräftigen Angriffen punkten, standen dafür aber in der Annahme sehr gut und holten viele Bälle raus - all die Dinge, die uns selbst in diesem Spiel nicht so überzeugend gelingen wollten. Dennoch holten wir das Beste raus und konnten beide Sätze, wenn auch knapp, mit jeweils 25:23 gewinnen, so dass wir Staffelerster wurden und im Wettstreit um den Turniersieg alles noch drin war.

Ein, in einigen Teams doch recht umstrittener Turniermodus, führte uns im Kampf um die Plätze 1-4 in eine Viererstaffel, in welcher jeweils zwei Teams gegeneinander spielten und die beiden Gewinner hieraus um Platz 1 bzw. die beiden Verlierer um den 3. Platz gegeneinander antraten. Unser Gegner war ein bunt zusammengewürfeltes Frauenteam aus Lüssow, in welchem uns mind. zwei bekannte Gesichter vom höherklassigen Neujahrsturnier gegenüberstanden. Uns war klar, dass es jetzt ein anderes Spielniveau als noch in unseren beiden Vorrundenspielen werden würden, aber davon unbeirrt, starteten wir gut und konnten von Anfang an mithalten. Es war ein ausgeglichenes, hart umkämpftes Spiel, gekennzeichnet von langen Ballwechseln und hoher Einsatzbereitschaft. Die Stimmung im Team passte einfach und wir hatten auch Freude am Spiel. Daher war es auch nicht schlimm, den Einzug ins Finale leider mit 25:18 und 25:21 knapp verpasst zu haben. Ein kleines Manko, woran wir definitiv noch arbeiten können, war auch in diesem Spiel die hohe Fehlerquote in den Aufschlägen. Dafür stand die Annahme wieder sehr gut, die Zuspieler konnten diese immer wieder gut verarbeiten und unsere Angreiferinnen so gekonnt bedienen. Leider standen auch die Lüssower Mädels gut und brachten unsere Angreiferinnen kurzweilig zur Verzweiflung, da die Bälle „nicht tot gemacht“ werden konnten. Und uns wurde mal wieder verdeutlich, wie Linie geschlagen wird und die Bälle schön in den beiden hinteren Ecken landen…oftmals konnten wir da leider (mal wieder) nur den Bällen hinterher schauen und uns ärgern.

Nichtsdestotrotz stimmte der Teamgeist und wir konnten auf einem hohen Spielniveau sehr gut mithalten.

Den Schwung wollten wir in das Spiel um Platz 3 definitiv mitnehmen und so doch noch auf dem „Turniertreppchen“ landen. Also hieß es in unserem 4. und letzten Spiel um 23 Uhr noch mal Kräfte mobilisieren und alles geben. „Unbekannt“ war uns der Gegner nicht, denn wir hatten bereits in unserem 1. Spiel gegen die Frauen des Inselsee Teams gespielt und gewonnen. Sollte dies ein gutes Omen sein?

Aufgrund der Spielpause oder der doch schon vorangeschrittenen Uhrzeit klappte das mit „den Schwung mit rüber nehmen“ nicht ganz so gut. Im ersten Satz wirkten wir, wie noch nicht richtig da und es schlichen sich viele individuelle Fehler - auch in der zuvor noch funktionierenden Annahme - ein. Auch im Angriff konnten wir uns nicht konsequent durchsetzen, so dass der Satz mit 14:25 deutlich an den Gegner ging. Eine Mannschaftsbesprechung in der Pause musste her - so wollten wir uns in unserem letzten Turnierspiel nicht verkaufen, sondern eigentlich noch mal zeigen, was wir drauf haben. Und es funktionierte, als wäre noch mal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen und der Adrenalinkick weckte letzte Kräfte: Im zweiten Satz funktionierte (fast) alles, schöne Angriffsserien und eine deutliche stärkere Annahme und Einsatzbereitschaft aller brachten uns einen ebenso deutlichen 25:15 Sieg ein. Gleicher Gegner und erneut ein 3. Satz stand also an.

Diesmal konnten wir den Entscheidungssatz leider nicht für uns entscheiden. Zuviel eigene Fehler führten leider nur zu einem 10:15, was etwas bedauerlich war, denn im zweiten Satz hatten wir so gut auftrumpfen können, so dass der 3. Platz drin gewesen wäre. Aber auch 4. von elf teilnehmenden Teams ist ein Ergebnis, auf welches wir stolz sind und was für die Teilnahme nächstes Jahr noch Luft nach oben lässt.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass es ein schönes Turnier war, was glücklicherweise für uns alle verletzungsfrei blieb, aber leider eine andere Teilnehmerin mit Achillessehnenriss wohl eine lange Zeit außer Gefecht setzen wird (oder was meinst Du, Andre *augenzwinker*). Es ist schön, mittlerweile auch im Frauenbereich auf Spielbekanntschaften zu treffen, aber auch darüber hinaus, immer wieder neue Teams kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. So haben wir unsere Hoffnung, noch irgendwoher Frauen für unser Team zu werben und so unseren Wunsch, in der Landeskasse melden zu können, noch nicht ganz verworfen.

Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf unser eigenes Turnier am 15.03. in Sanitz und wollen uns da den 1. Platz in unserer Hobbyligatruppe wieder zurück erobern.