3. Spieltag der Herren in Greifswald

Nach einer dreiwöchigen Pause führte uns der dritte Spieltag der Saison diesmal nach Greifswald. Gegner an diesem Tag waren der Gastgeber ESV Turbine und der SKV Müritz. Im ersten Spiel des Tages konnten wir beide Mannschaften im Wettstreit gegeneinander unter die Lupe nehmen. Und was wir da sahen, gefiel uns gar nicht. Beide Mannschaften präsentierten sich von ihrer besten Seite und zeigten ein wirklich sehenswertes Landesligaspiel, welches der SKV Müritz nach fünf langen Sätzen für sich entscheiden konnte. 

Nun durften wir endlich zeigen was wir können und hatten es erstmal mit der neu formierten Mannschaft (sehr breiter Kader) von ESV Turbine zu tun. Bis auf eine Ausnahme fanden wir ganz gut ins Spiel und konnten zum Satzende eine Vier-Punkte-Führung heraus spielen. Doch irgendwie ging dann nichts mehr und wir mussten den ersten Satz 25:27 abgeben. Mitte des zweiten Satzes wechselten wir dann auf der Diagonalposition Ronny für Matze. Weiterhin kam uns zugute, dass ESV Turbine unter ihren Möglichkeiten spielte und für einen Tabellenführer zu viele Fehler machte. Wir nutzten dies aus und konnten die Sätze zwei und drei für uns entscheiden. Ein Punkt war uns damit nicht mehr zu nehmen. Ein erster Teilerfolg, der uns Sicherheit geben sollte. Doch irgendwie kam alles ganz anders: In der Satzpause hielt Andre eine seiner gefürchteten ein-kluger-Satz-Ansprachen, in denen er kaum ein Ende fand und den einen Satz so verschachtelt, dass er am Ende auch den letzten verwirrte. Was er uns konkret sagen wollte, bleibt bis heute ein Rätsel. Seine Intention war wohl ein: wir schaffen das“. Geschafft hat uns dann jedoch ESV Turbine. Wieder mal verloren wir ein Spiel im Tie-Break und gingen als Verlierer vom Platz. Bitter.

Unser zweites Spiel bestritten wir gegen den SKV Müritz. Diese kampfstarke Truppe hat kaum Spieler über 1,90 Meter in ihren Reihen und ist damit wohl eine der kleinsten Mannschaften in unserer Liga. Wir wechselten im Zuspiel Martin für Toni und fanden gut ins Spiel. Es schien so als hätte die Niederlage aus dem vorher gegangen Spiel eher einen positiven Einfluss auf unsere Spielweise gehabt und wir boten unsere beste Leistung an diesem Tag. Folgerichtig gewannen wir den ersten Satz mit 25 zu 18. Einziger Wermutstropfen blieb dabei die Verletzung von Martin, die Toni nur eine kurze Verschnaufpause gewährte. Eins zu Null nach Sätzen für uns, doch der SKV Müritz war nun besser im Spiel und wir fanden kein Mittel gegen ihre sehr diagonal geschlagenen Außenangriffe. Stattdessen warfen wir uns gegenseitig vor, was alles nicht so funktionierte und zerbrachen mental. Wir wechselten noch einmal Ronny für Matze auf der Diagonalposition, doch jedem Hobbypsychologen war klar, dass wir dieses Spiel mit einer derartig desolaten Mannschaftsleistung nur verlieren konnten. Unsere eins zu drei Niederlage nach Sätzen fühlte sich an wie ein K.O. in der ersten Runde und jeder von uns musste erstmal kurz inne halten. 

Das wir gegen zwei starke Gegner verlieren, ist wirklich keine Schande, aber über das WIE müssen wir intern sprechen. Einziger Trost, zumindest für mich, war an diesem Tag der Auswärts-Bierkasten. Danke, Martin beziehungsweise Andreas. 

Trotzdem versuchen wir, wie immer, positiv zu bleiben:

  1. kaum Aufschlagfehler und wenn dann nur nach druckvollen Aufschlägen
  2. spielerisch konnten wir streckenweise überzeugen
  3. es kommen auch wieder bessere Tage, ABHAKEN 

Spieler in der Einzelkritik:

Andre: Starke Leistung auf dem Spielfeld mit ungewohnt sicheren und trotzdem kraftvollen Aufschlägen. Als Trainer dafür mit erheblichen grammatikalischen Defiziten. Ein-kluger-Satz kann einfach nicht durch willkürliche Kommasetzung ins Unendliche ausufern. Sechs setzen. 

Andreas:  Gewohnt sichere Annahme und teilweise spektakuläre Abwehraktionen. Voller Emotionen, die den Zuschauern ein ums andere mal ein Lächeln entlockten.

Frank: Gewohnt solide. Gegen seine Linienangriffe waren die Gegner oft machtlos. Manchmal etwas reaktionsmüde - tja, wir werden alle nicht jünger.

Micha: Diesmal ohne Schlafentzug am Start und daher hellwach in allen Spielsituationen. Mir persönlich hat seine verbale Zurückhaltung am besten gefallen. War bestimmt nicht immer leicht für unseren Vulkan.

Martin: Leider nur mit Kurzeinsatz. Hoffentlich macht der Hacken bald wieder mit. 

Ronny: Eine Verstärkung über die Diagonalposition. Als Fan des Hamburger SV Leid gewohnt und an diesem Samstag doppelt enttäuscht.

Stefan: Ging leicht gehandicapt in den Spieltag und biss sich durch. Neben sehr guten Aktionen fehlte es jedoch manchmal an der Abstimmung. 

Toni: Kraftvolle Sprungaufschläge und auch im Zuspiel solide. An diesem Samstag optisch stark verbessert, da mit neuem XL-Trikot bekleidet.

Matze: War irgendwie nicht mein Tag. Als kleines Sensibelchen hätte ich mir jedoch von meinen Mannschaftskollegen mehr aufmunternde Worte gewünscht. Naja, das Leben ist halt kein Ponyhof.

Autor - wie immer - Matze