Verschobener 4. Spieltag der Herren in Rövershagen

Die Vorweihnachtszeit hatte es volleyballtechnisch in sich beim VC Sanitz. Neben unserem letzten Heimspieltag am 2. Advent hatten auch die Damen am 1. und 3. Advent ihre Punktspiele. Um nicht den 4. Advent mit unseren Familien feiern zu müssen (Vorsicht Ironie!), war es nur konsequent den Nachholspieltag gegen den SV 47 Rövershagen und SV Einheit Schwerin auf diesen Sonntag zu legen.

Also ließen wir uns den Christstollen einpacken und fuhren zum Keller-Triell nach Rövershagen.
Das erste Spiel des Tages mussten wir „schiedsen“ und hatten somit Zeit unsere Gegner zu beobachten. Nach fünf langen Sätzen, in denen sich beide Mannschaften als schlagbar identifizierten, bezwang Schwerin Rövershagen. Nun lag es an uns, endlich mal Leistung abzuliefern und als Kollektiv zu agieren. In unserem ersten Spiel gegen Rövershagen erwischten wir zwar einen ordentlichen Start (25 zu 22), jedoch war uns unsere Nervosität anzusehen. Fehler schlichen sich ein (19 zu 25), wir bissen uns zurück (25 zu 19) und spielten wie gelähmt (9 zu 25). Soweit war alles beim alten bei uns und so mancher Spieler „rollte“ schon wieder mit den Augen. Doch ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte an diesem Sonntag, den 18.12.2016, ein gutes Gefühl. Für mich machte es keinen Unterschied, wer auf dem Spielfeld stand. Da war plötzlich so ein Urvertrauen. Und was soll ich euch schreiben, wir machten an diesem Sonntag, den 18.12.2016, das Unmögliche möglich und gewannen einen Tiebreak. Hallelujah.

Nach diesem unglaublichen Wunder mussten wir uns erstmal kurz sammeln. Der Spieltag war ja noch nicht vorbei und nun galt es gegen Schwerin diese spirituelle Energie in Punkte umzumünzen. Im ersten Satz hatten wir jedoch einfach kein Glück. Die Schweriner demotivierten uns mit häufigen „Netzroller-Aufschlägen“ und anderen Nicklichkeiten. Folgerichtig mussten wir den ersten Satz 20 zu 25 abgeben. Ein Grund mit den Augen zu „rollen“, möchte man meinen. Doch da war es wieder, dieses Urvertrauen. An diesem Sonntag, den 18.12.2016, sprangen wir über unseren Schatten und behielten die Nerven. Als sich Anfang des zweiten Satzes dann auch noch Martin verletzte und unser dritter Zuspieler Erik uns durch diese Partie führen musste, hätte der gemeine Volleyball-Atheist wohl keinen Cent mehr auf uns gesetzt. Doch an diesem Sonntag, den 18.12.2016, war der Glaube unser Weg zum Sieg. Mit einer starken kämpferischen Leistung konnten wir die Sätze: zwei, drei und vier für uns entscheiden und das Spiel damit drehen. Hallelujah.

Nach aller Euphorie muss ich wohl kaum erwähnen, dass wir nicht auf einmal intergalaktisch Volleyball gespielt haben. Es ist auch mal eine Annahme misslungen, ein Aufschlag im Netz hängen geblieben, ein Zuspiel zu kurz geraten und ein Angriff im Aus gelandet. Aber der Glaube an sich selbst und an seine Mannschaftskollegen war an diesem Sonntag, den 18.12.2016, zu spüren.

Nach diesem erfolgreichen Spieltag bleiben wir, wie immer, positiv:
- zwei Siege
- fünf Punkte
- tolle Mannschaftsleistung
- seit Ewigkeiten einen Tiebreak gewonnen
- den GLAUBEN zurück erlangt

 Vielen Dank an die Zuschauer und unsere Advents-vernachlässigten Familien


VC-Sanitzer in der Einzelkritik:

Andre: Ging leicht angeschlagen ins Spiel, was bei dieser starken Leistung jedoch keiner merkte. Machte, wohl aus Bierdurst, kurzzeitig einen auf verrückt: „ich hab so`n Knall“. Konnte aber schnell wieder „eingefangen“ werden und nach dem Spiel auch den Durst stillen. Danke für den Kasten

Andreas: Gewohnt stark in Annahme und Abwehr. Ungewohnt ruhig, fast besinnlich an diesem 4. Advent. Muss wohl an der aufziehenden Erkältung gelegen haben. Feierte, meines Wissens nach, seine ersten Siege im Sanitz Trikot. Bann gebrochen.

Erik: Ist immer voll da, wenn wir ihn brauchen. Solides Zuspiel mit guten Entscheidungen. Als dritter Zuspieler die Mannschaft zum Sieg geführt. Chapeau!

Frank: Am Vormittag noch zwei Spiele in der Mixedliga Schwerin erfolgreich bestritten und dann auch bei uns eine topp Leistung abgeliefert. Ist vor dem Tiebreak kurz vom Glauben abgekommen. Glücklicherweise konnte ich ihn bekehren.

Jules: Für einen Neuling ziemlich abgezockt. Als Ex-Zweitliga-Handballer noch nicht den physischen Anforderungen eines Landesligavolleyballspiels gewachsen und verständlicherweise mit Krämpfen. Kann im Umgang mit Finalgon noch einiges von seinen älteren Mitspielern lernen. Ansonsten wirklich gelungener Einstand. Zwei Spiele, zwei Siege. Wenn es mal wieder krampft, muss er zumindest als Maskottchen mit.

Micha: Als Mittenersatz geschont, kurz über Diagonal eingewechselt und dann über Außen super abgeliefert. Gewohnt stark in Annahme und Abwehr. Als spielintelligenter und flexibler Spieler unberechenbar. Ein ausgewogenes Müsli-Frühstück, statt Kartoffel-Chips, könnte seine Leistung wohl noch steigern.

Martin: Schon vorbildlich bei der Erwärmung und dann auch sehr gut gespielt. Trotz großer Erfahrung mit jeglichen Mittelchen zur Prävention von Verletzungen im zweiten Satz des zweiten Spiels ausgefallen. Wenn ich länger darüber nachdenke, könnte es auch sein, dass er nur simuliert hat. Vielleicht wollte er uns auch nur zeigen, dass es nicht wichtig ist wer spielt, sondern dass die Mannschaft gewinnt. So ein Fuchs!

Mirko: Mit sehr guter Leistung, wie auch bei den letzten Spieltagen. Trainingsweltmeister und immer im Dienst der Mannschaft. Ich hätte ihn im ersten Spiel nicht ausgewechselt.

Ronny: Starke Leistung mit harten Angriffen und Monsterblocks. Als ältester Spieler in unseren Reihen manchmal von Kurzzeitdemenz betroffen. Dass er abends den dritten Teil des Hobbits sehen wolle, wollte er wohl morgens seiner Frau erzählen, anstatt uns in der Auszeit. Das wird schon wieder. Sport soll ja helfen.

Stefan: Sehr starke Angriffe, denen der Gegner nichts entgegen setzen konnte. War „vorne“ einfach nicht zu stoppen und auch „hinten“ solide. Spielerisch voll überzeugt. Verbal zurück haltend, manchmal ist weniger eben mehr.

Trainer Jens: Hat in jeder Situation die passenden Worte gefunden. Wir müssen wirklich nicht „jeden Ball kommentieren“

Matze: An diesem Sonntag, den 18.12.2016, als bekennender Atheist dem Glauben verfallen. Wer weiß, vielleicht spiele ich demnächst auch noch Lotto.

Autor - wie immer Matze -