Alkohol ist auch (k)eine Lösung...

Wir fassen die bisherige Landesligasaison in nüchternen Zahlen zusammen – acht Spiele, eins gewonnen, sieben verloren, nur drei von 24 möglichen Tabellenpunkten und noch reichlich Potential nach oben – für die Rückrunde in 2018 steht eins ganz klar fest: Entscheidende Tabellenpunkte müssen dringend her!

Diesen Vorsatz gefasst, machten wir uns vergangenen Samstag fast vollständig besetzt auf den Weg nach Grimmen, um dort gegen zwei Mannschaften, die wir bereits aus der Landesklasse und diversen Turnieren kennen, anzutreten: JSV Grimmen II und HSG Uni Rostock III.

Trainingsmäßig waren wir bisher leider noch nicht so gut ins Jahr 2018 gestartet, da aufgrund von ausklingenden Krankheiten und kleinen Verletzungen die Trainingsbeteiligung noch recht verhalten war. Auch unser Kapitän Claudi muss aktuell leider für ein paar Spiele aussetzen, begleitete uns am Wochenende aber samt Kind und Kegel als Co-Trainer, um uns so zu unterstützen.

In den letzten Spielen hatte sich nur allzu oft gezeigt, dass der psychologische Faktor im Volleyball nicht zu unterschätzen ist – wir waren verunsichert, eingeschüchtert und nicht fokussiert genug. Alles Sachen, die wir dieses Mal ändern wollten.

Zur mentalen Unterstützung hatten wir natürlich auch wieder unseren treuen Fanblock dabei und nicht zu vergessen unseren rasenden Reporter Ronny, der mit seinem Liveticker unsere WhatsApp Gruppe kurzzeitig mit Nachrichten sprengte - ja, beim VC Sanitz kann man mal schnell 107 neue Nachrichten haben, wenn man 1 1/2h nicht aufs Handy schaut ;o) .

Nachdem wir das erste Spiel zwischen JSV Grimmen II und HSG Uni Rostock III mit einem 1:3 erfolgreich geschiedst hatten, mussten wir zuerst gegen HSG Uni Rostock III ran.

Den ersten Satz starteten wir etwas verschlafen, dennoch war es ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Da HSG Uni Rostock III quasi 3 Fehler weniger machte, ging der erste Satz mit 25:22 an die Rostockerinnen. Demzufolge mussten wir in den Folgesätzen „eine Schippe drauflegen“, um unsere gesetzten Vorsätze zu erreichen. Uns gelang in Satz 2 und 3 durch weniger Eigenfehler und konzentrierteres Spielen auch eine deutliche Steigerung. Auch durch eine bessere Aufgabenverwertung konnten wir mehr Druck auf den Gegner ausüben, so dass wir Satz 2 mit 15:25 und Satz 3 mit 19:25 für uns entschieden.

Aber – wer den VC Sanitz kennt und unsere bisherigen Spielberichte verfolgt hat – nach jedem Hoch folgt auch ein Tief – und dies ereilte uns im 4. Satz. Nachlassende Konzentration und Fehler in der Annahme führten dazu, dass unser Gegner besser ins Spiel fand und mit einem 25:20 belohnt wurde. Daher musste die Entscheidung im Tiebreak her und es galt nochmal alle Kräfte zu motivieren. Wir wollten diesen Sieg und der 5. Satz gestaltete sich sehr ausgeglichen und spannend. Letztendlich war Fortuna auf unserer Seite und durch ein 14:16 konnten wir die zwei Tabellenpunkte in diesem Spiel nochmal retten.

In der Pause beschäftigte uns nur eine Frage – es muss doch ein Rezept gegen diese verdammte VC Sanitz-Kurve geben. Nun mögen vernünftige Stimmen sagen „Alkohol ist keine Lösung“, aber für unseren Verein müssen wir diese Aussage wohl etwas revidieren...

... lediglich auf der Suche nach einem Heilmittel (und nicht etwa weil es schmeckt), gönnten wir uns und unseren Nerven in der Pause also einen kleinen, sportlich vertretbaren Schluck Sekt, in der Hoffnung, der VC-Sanitz-Kurve so entgegen wirken zu können.

Ich lasse mich zu keiner Aussage hinreißen, ob es nun am Sekt lag oder nicht, jedoch schien im 2. Spiel mental ein komplett anderes Team auf dem Feld zu stehen: Selbstsicher und mit einer gehörigen Portion Siegeswillen. Plötzlich lief einfach alles und wir dominierten den JSV Grimmen II von Anfang an. Annahme top – Zuspiel sicher gesetzt – erster Angriff gezielt verwandelt – diese Reihenfolge traf nicht nur einmal zu. Auch in der Aufgabe fanden wir zu altem Mut zurück und sowohl Steffi als auch Manon legten zahlreiche schlagkräftige Aufschlagsserien hin, gegen welche unsere Gegner kein Mittel fanden. So gewannen wir Satz 1 mehr als deutlich mit 10:25.

Da unser Trainer Martin uns kennt, folgte in der Pause zwischen den Sätzen die notwendige „Mädels, jetzt nur nicht abheben“-Ansprache. Jeder war gespannt, ob – der VC-Sanitz-Kurve folgend – nach diesem Hoch jetzt wieder das übliche Tief folgt – ABER ... es blieb aus.

Auch im zweiten Satz überzeugten wir mit unserem Spiel. Nicht nur Angriff und Aufschlag stimmten, sondern auch die Einsatzbereitschaft aller. Dies wurde erneut mit einem 11:25 belohnt.

Erwartungsgemäß hatte Grimmen im dritten Satz nichts mehr zu verlieren und spielte dementsprechend entschlossener auf, wodurch sie sich auch ins Spiel zurückkämpften. Aber nicht mit uns, denn der erste 3:0-Sieg war zum Greifen nah und wir wollten es endlich mal schaffen. So legten wir einen spannenden Endspurt hin und konnten den dritten Satz letztendlich mit 27:29 für uns entscheiden.

Fazit des Spieltages – Wir haben es nicht verlernt – das Gewinnen. Erfahrung abspeichern, verinnerlichen und fortführen. Dank drei verschlagenen Satzbällen wird uns „die scheinbar hilfreiche Medizin“ auch für die nächsten Spieltage nicht ausgehen.

Durch den Spieltag konnten wir auch etwas „Tabellenkosmetik“ betreiben. Bilanz nun: 10 Spiele, drei gewonnen, sieben verloren, 8 von 30 möglichen Punkten – weiter so.

Am kommenden Samstag treffen wir in eigener Halle neben ESV Turbine Greifswald erneut gegen HSG Uni Rostock III und diesmal wollen wir keinen Punkt abgeben.

 

Anker gelichtet (Einhorn flieg)!

Autor - Manu -