Wenn´s am wenigsten nach Volleyball aussah, gab´s die meisten Punkte…

…ursprünglich wollten wir dieses Zitat unseres Aushilfs-Trainers Jules aus Satz 1 des 1. Spiels als
Spielbericht so stehen lassen, aber ein bisschen mehr Erfreuliches gibt es über den 1. Spieltag und
somit über unseren Start in die Landesligasaison 2018/2019 dann doch zu berichten.

Wer die Neuigkeiten auf unserer Internetseite über den Sommer fleißig verfolgt hat, der hat auch
mitbekommen, dass wir von der Neustrukturierung der Landesliga Damen (Aufteilung in West- und
Oststaffel) profitiert haben und trotz unseres Abstiegsplatzes nach der letzten Saison dennoch weiter
in der Landesliga spielen dürfen. Darüber waren alle im Team sehr froh und sich durchaus bewusst,
dass es ab jetzt heißt, „eine Schippe draufzupacken“, um als Minimalziel den Klassenerhalt diese
Saison aus eigener Kraft zu schaffen und sich darüber hinaus gleich von Beginn an besser in der
Tabelle zu platzieren.

Dieses Ziel hatten wir auch vor Augen, als es vergangenen Sonntag zu einer doch recht unchristlichen
Zeit mit einem etwas minimierten Kader auf den Weg nach Parchim ging. Leider fehlten uns für
diesen Spieltag drei Stammspielerinnen komplett und zwei Weitere waren etwas angeschlagen, was
jedoch der Freude darüber, dass der Spielbetrieb nach der Sommerpause endlich wieder losging,
keinen Abbruch tat.

Der ein oder andere von uns kam nach einer 90-minütigen Anreise durch die Mecklenburger Walachei
quasi noch „mit einem Kissen im Gesicht“ in die Halle und so war es auch kein Wunder, dass der 1.
Satz im Anfangsspiel gegen die Volley Tigers Ludwigslust (VTL) wiedermal so vollkommen typisch für
uns war und sich in wenigen Worten zusammenfassen lässt: „Einfach mal den Start verpennt!“ Es
fehlte der letzte Schritt hin zum Ball, Absprachen untereinander wollten noch nicht so gut funktionieren
und es sah alles ein bisschen langsam und verschlafen aus. Da auch die Ludwigsluster Damen noch
etwas im Sonntags-Modus waren, kamen uns viele – wir nannten sie liebevoll „Energiesparpunkte“ –
durch Fehler des Gegner zu Gute, dennoch ging der Satz verdient mit 25:18 an den Gegner.
In der ersten Satzpause musste daher eine Motivationsrede durch Mannschaftskapitänin Laura und
Trainer Jules, der an diesem Spieltag als Ersatz für Martin mitgereist war, gehalten werden, um alle
wachzurütteln. Die beiden schienen die richtigen Worte gefunden zu haben, denn ab Satz 2 lief es
prompt besser und das Spiel entwickelte sich zu einem Match auf Augenhöhe.

Mit ein paar schlagkräftigen Aufgaben, die an diesem Tag sehr gut funktionierten, konnten sichere
Punkte erzielt werden. Auch der Block stand auf unserer Seite gut und brachte die starke Mittelangreiferin der Ludwigsluster so manches Mal zur Verzweiflung. Auch die Annahme, auf welcher in
unseren letzten Trainingseinheiten der Fokus lag, klappte überwiegend sehr gut. Dies war zu einem
großen Teil der Verdienst unseres Neuzugangs Elli. Da wir diese Saison ein paar leistungsstarke
Abgänge verzeichnen mussten und ein paar kleine Umstellungen im Team vorgenommen haben, freut
es uns ganz besonders, dass Elli uns in dieser Saison auf der Liberaposition unterstützt und ihr
Punktspieldebüt für uns am Sonntag hat sie bereits super gemeistert - mit ihren guten Annahmen hat
sie der Mannschaft oft die nötige Sicherheit beim Spielaufbau gegeben.

Man merkte uns in Satz 2 und 3 deutlich an, dass wir aufmerksamer waren und mehr Spaß am Spiel
hatten. So gingen diese Sätze mit einem 22:25 und einem hart umkämpften 25:27 auf unser Konto.
Aufgrund der gewonnenen zwei Sätze doch etwas zu überschwänglich und mit leichten
Unkonzentriertheiten wurde dann wiederum der 4. Satz bestritten, den daher auch die Ludwigsluster
Damen mit 25:16 deutlich gewinnen konnten. Um eine Entscheidung zu erzielen, ging es also in den
Tiebreak, welcher spannender nicht hätte sein können.

Nach einem holprigen Start, geprägt durch eine schwächer werdende Annahme, lagen wir schon nach
kurzer Zeit mit 2:8 hinten und befürchteten bereits, mit nur einem Punkt aus dem Spiel gehen zu
müssen. Aber schon in der Vergangenheit haben wir gezeigt, dass wir so einen Spielstand noch
drehen können. Daher gelang es uns durch eine geschlossene Teamleistung, platzierte Angriffe über
die Mitte und starke Aufgaben das Ganze doch noch in einen 15:17 Satzsieg zu wandeln – 1.
Saisonsieg und 2 Tabellenpunkte waren somit eingeloggt.

Im Anschluss an unser 5-Satz-Spiel trat der Gastgeber gegen die VTL an, was für uns bedeutete, über
das Mittagsloch hinweg auszuharren und die Schwächen und Stärken des nächsten Gegners zu
analysieren. Nach langen 4 Sätzen, die sich über 2h zogen, ging der 1. VC Parchim II mit einem 3:1
aus dem Match als Sieger hervor. Was wir auf der Parchimer Seite beobachten konnten, war ein sehr
junges, dynamisches Team mit enorm viel Potential und einer sehr guten Technik. Ein kleines Déjà-vu
überkam uns, denn es erinnerte stark an die letzte Saison, als wir den Mädels vom Schweriner
Leistungszentrum am Netz gegenüberstanden – es versprach also ein anspruchsvolles 2. Spiel für
uns zu werden.

Über dieses 2. Spiel lässt sich an sich nicht viel sagen. Nur streckenweise gelang es uns mit den
jungen, technisch sehr versierten Parchimer Mädels mitzuhalten. Nicht, weil wir es grundsätzlich nicht
hätten können, sondern einfach weil irgendwie der Wurm drin oder die Luft raus war, wie man es
nimmt. Nach der langen Mittagspause fanden wir einfach nicht wieder zu der Stärke zurück, die wir
noch im ersten Spiel zeigen konnten. Viele Fehler in der Annahme und weniger
Durchsetzungsvermögen im Angriff führten dazu, dass uns die Parchimer ihr Spiel aufdrängten und
wir nur reagierten, anstatt es selbst zu gestalten. Dennoch ist positiv zu betonen, dass wir uns trotz
Rückstand nicht aufgaben und zwischendurch immer mal wieder zu sehen war, was evtl. durch mehr
Variabilität bei voller Besetzung drin gewesen wäre. Letztendlich ging das Spiel verdientermaßen 3:0
(25:17, 25:14, 25:17) an die Parchimer.

Als Resümee bleibt festzuhalten, dass wir uns über unseren 1. Sieg am ersten Punktspieltag sehr
gefreut haben und wir schon mal schlechter in die Saison gestartet sind. Zwei Tabellenpunkte sind
uns sicher, nach oben hin ist weiterhin noch Luft und es gibt genügend Sachen, an denen wir noch
arbeiten können. Trotz schmaler Besetzung war es eine gute Mannschaftsleistung und die Stimmung
im Team war ein schönes Miteinander.

Das nächste Mal können wir am 29.09.2018 beim ersten Heimspieltag der Saison gegen den Bad
Doberaner SV 90 und SV Warnemünde III überzeugen und freuen uns hierbei auf Unterstützung von
Familie, Freunden und Fans.

Autor - Manu -