Die glorreichen Sechs im Landesligapokal ..

 .. gestern stand für unsere Damenmannschaft der Landesligapokal an, im Turnierformat und damit mal eine Abwechslung zum normalen Ligaspielbetrieb. Aufgrund von Urlaub und Verletzungen standen wir ganz kurz vor einer Absage, erst am Dienstag war dann klar, dass wir sechs Damen zusammen haben. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren, wurde am Donnerstag auch sicherheitshalber nicht trainiert ;o)

Mit dieser suboptimalen Vorbereitung und stark dezimierten Mannschaft stellten wir uns der Herausforderung. 9 Mannschaften waren angetreten und in eine Fünfer- und eine Viererstaffel aufgeteilt. Kombiniert mit einem Spielmodus „Jeder gegen Jeden“ in der Staffel, zwei Gewinnsätzen und der sehr ausgeglichenen Zusammensetzung unserer Fünferstaffel, wurde früh am Tag klar, dass es ein sehr langes Turnier werden würde. Wie lange ahnte zu diesem Zeitpunkt aber niemand ..

Aber erstmal brachte uns das „Losglück“ zwei spielfreie Matches und wir hatten Zeit unsere Gegner zu beobachten. Die erste Partie SV Warnemünde 4 – Klützer LadyBulls bescherte uns ein kleines Déjà-vu vom letzten Spieltag. Beide Mannschaften kannten wir recht gut und beide zeigten ein ähnliches Spiel wie am letzten Wochenende. Im zweiten Spiel der Staffel schauten wir uns mit dem Doberaner SV und dem HSV Neubrandenburg 2 die anderen beiden Gruppengegner an und sahen insgesamt vier ähnlich starke Mannschaften, die es zu schlagen galt. Um ca. 12 Uhr durften wir dann endlich selbst das erste Mal aufs Spielfeld und trafen auf unseren letzten Punktspielgegner – die Klützer LadyBulls. Unsere Sanitzer Damen schienen schnell in diesem ersten Spiel klar stellen zu wollen, dass die Niederlage eine Woche vorher nicht unseren Vorstellungen entsprach. In einem eindeutigen Satz (25:14) und einem nur phasenweise ausgeglichenem Satz (25:20) zeigten wir mit viel Kraft und kompromisslosem Spiel wie wir eigentlich auch letzte Woche spielen wollten.

Nach einem weiteren Spiel Pause ging es dann gegen den Gastgeber Doberaner SV. Auch hier konnten wir den Gegner im ersten Satz dominieren. Aber bereits im zweiten und auch im Entscheidungssatz zeigte sich, dass es schwierig wird, dieses Niveau ohne Auswechsler und Libero den ganzen Tag durchzuhalten. Wir verloren beide Sätze und damit das Spiel mit 1:2 (25:16, 15:25, 10:15). Somit war der Plan für den Rest des Tages klar .. so viele kurze Ballwechsel wie möglich und die Pausen für die Regeneration nutzen. So allmählich deutete sich auch an, wie lang der Tag werden würde. Das fünfte von 10 Vorrundenspielen endete und es war schon 15:13 Uhr.

Nachdem die Viererstaffel ihre sechs Spiele beendet hatte, beschloss der Ausrichter Bad Doberan die letzten vier Spiele unserer Staffel parallel auf zwei Feldern spielen zu lassen. Damit fing gegen 16:45 Uhr der stressige Teil des Tages für uns erst an, es folgten die beiden verbleibenden Gruppenspiele gegen den HSV Neubrandenburg 2 und den SV Warnemünde 4. Beide direkt hintereinander und beide Spiele sehr intensiv. Während uns im Spiel gegen die Neubrandenburger noch ein, wenn auch nicht einfacher, so aber doch souveräner 2:0 (25:19, 25:18) Sieg gelang, merkte man den Sanitzer Damen dann die Anstrengung an. Bereits 8 Stunden in der Halle, 7 Sätze durchgespielt und gekämpft bis zum Umfallen – nicht die besten Voraussetzungen, um den Sieg der Vorwoche gegen die junge Mannschaft aus Warnemünde zu wiederholen. Aber auch die Gegnerinnen waren aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht mehr vollständig und mussten somit ihr gewohntes Spielsystem umstellen. Bereits vor dem Spiel war klar, dass der Sieger der Partie in das Finale gegen die SV Einheit Schwerin einziehen würde, welches gleich im Anschluss angesetzt war. Die Aussicht auf eine weitere Partie Volleyball schien unsere wackeren Sechs aber nicht davon abzuhalten, weiterhin alles zu geben und so gelang im ersten Satz gegen den SVW ein starkes 25:19. Auch im zweiten Satz sah es lange gut aus. Angetrieben vom mittlerweile zahlreich angereisten Sanitzer Publikum (danke an die beiden lautstarken Männer!!) konnten wir den Warnemündern phasenweise unser Spiel aufzwingen und somit den Satz ausgeglichen gestalten. Ob es nun an der endgültig schwindenden Kondition lag oder dann doch an der Lust, einfach noch mehr Volleyball zu spielen oder am Unwillen, sich zu Hause endlich in Ruhe auf die Couch zu packen .. wir werden es wohl nie erfahren. Jedenfalls ließen wir es zu, dass Warnemünde uns den zweiten Satz mit 23:25 abnahm.

Wenn ich es mir recht überlege, muss es die Lust auf Volleyball gewesen sein. Nach ersten Erschöpfungstränen, aufgescheuerten Knien und sonstigen leichten Ausfallerscheinungen, wurden die Knieschoner zur Seite gepackt und der letzte entscheidende Satz in der Vorrunde mit offenem Visier gespielt. Bis zum Seitenwechsel konnte Warnemünde noch mithalten, dann hatten wir die jungen Mädels mit viel Kampf, unermüdlichem Einsatz und konsequentem Spiel in die Knie gezwungen und gewannen den Satz mit 15:8. Was für ein Fight!!!

Der Spannungsbogen sollte ja nun eigentlich erst im Finale seinen Höhepunkt finden, aber das war am gestrigen Tag dann doch einfach nicht mehr drin. Gegen eine Mannschaft aus Schwerin, die gut und zahlreich besetzt war und zudem seit 2-3 Stunden Pause hatte, hätte nichts in der Welt noch genügend Kraftreserven aus unseren Damen locken können. Die Schweriner hatten auch kein Mitleid mit uns und gewannen das Finale und somit auch den Landesligapokal locker mit 2:0 (25:12, 25:12). Herzlichen Glückwunsch dazu nach Schwerin!

Das Ende des Turnieres war dann tatsächlich gegen 20 Uhr geschafft, eventuell sollte man sich über den Spielmodus nochmal Gedanken machen. Vielen Dank an den Ausrichter Doberaner SV, aus den Rahmenbedingungen habt ihr das Beste rausgeholt.

Der zweite Platz unserer Sechs war definitiv mehr, als sich irgendjemand an diesem Tag erträumt hatte und hoffentlich nicht nur ein Erfolg an diesem Tag, sondern auch eine Aussicht, was in dieser Saison möglich ist. Aus Trainersicht bleibt mir nur ein RIESENKOMPLIMENT auszusprechen, diese Leistung verdient den allergrößten Respekt und ich hoffe, davon werden wir in dieser Spielzeit noch mehr sehen!!!

Autor - Martin